PIT - Prävention im Team

Ein Programm zum sozialen Lernen und zur Vorbeugung gegen Jugendkriminalität

Im aktuellen Schuljahr wurde das Stiftland-Gymnasium ausgewählt am PIT-Projekt teilzunehmen. Was bedeutet aber „Prävention im Team“?

Dieser Baustein schulinterner Evaluation basiert auf der Grundidee

  • der engen Zusammenarbeit von Schule, Elternhaus und Polizei bzw. anderen außerschulischen Partnern (z.B.: Gesundheitsamt –Suchtkreise; Drogenberatungsstellen, kommunalen Jugendeinrichtungen; Jugendgericht; Sozial- und Medienpädgagogen etc.)
  • gemeinsam mit den Schülern und Schülerinnen,
  • die sich als Team erleben können.

Dies soll beitragen

  • zum Erkennen von Konflikten und zur Entwicklung von Lösungsstrategien
  • zum Aufbau personaler und sozialer Kompetenzen
  • zur Verbesserung des sozialen Klimas in den Klassen
  • zur Festigung des Normen- und Wertebewusstseins
  • zur Förderung von Verantwortungsbewusstsein und Zivilcourage.

Beim Schwerpunkt „Lebenskompetenztraining“, sollen Konzepte und Strategien ver-mittelt werden, die „stark fürs Leben“ machen (z.B.: Bewusstmachung von positiven Werten; Stärkung der Selbstsicherheit, Stressabbau, Konfliktlösestrategien mit dem Ziel einer angemessenen, gewaltfreien Kommunikation; sinnvolle, fördernde Freizeitgestaltung, z.B. beginnend in der Jahrgangsstufe 5).

Im Themenbereich „Gewalt“ geht es um die Ursachen und Auslöser für Gewaltanwendungen bzw. Aggressionen, die Frage nach dem Sinn von Regeln und Normen und die Verhinderung der Ausgrenzung von (scheinbar) Schwächeren, was zum friedfertigen, selbstverantwortlichen Handeln führen soll (z.B. in den Jahrgangsstufen 7/8).

Auf die Problematik „Gewalt und Medien“ soll nicht ohne Grund gesondert eingegangen werden: exzessiver Medienkonsum (Fernseh-/Videoschauen, Chatten, Computerspiele, Handy) und vor allem Gewalt verherrlichende Medien können Studien zufolge zu einer erhöhten Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 14 Jahren führen, sowie Aggressionen verstärken und soziale Kompetenzen, wie z.B. Empathie, schwächen, ja sogar löschen. Bekannte Folgen sind z.B. Internet- und Cyber-Mobbing. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit allen Medien soll das Ziel dieser Sequenz sein (sinnvoll für alle Jahrgangsstufen).

Bei der Auseinandersetzung mit dem breitgefächerten Problem von „Sucht“ (Alkohol, Nikotin, Medikamente, Drogen, aber auch Medien-, Kauf-, Ess-, Spiel-, Arbeits-, Eifersucht u.ä.) stehen neben Informationen über Suchtursachen und Folgen der Sucht vor allem die Vermittlung von Kenntnissen über Suchtvorbeugung im Zentrum, verbunden mit dem Bewusstmachen der fließenden Grenzen zwischen Genießen und Sucht (z.B. in den Jahrgangsstufen 7-9).

Laut der bayerischen polizeilichen Kriminalstatistik (2008) bezüglich der von Kindern und Jugendlichen am häufigsten begangenen Delikte stehen (Laden-)Diebstähle bzw. Eigen-tumsdelikte an erster Stelle, gefolgt von Sachbeschädigungen und Körperverletzungsdelikten. Daher ist es wichtig, die Ursachen und Folgen von Eigentumsdeliktenzu erarbeiten und das Unrechtsbewusstsein zu stärken (z.B. in der 6. Jahrgangsstufe).

Geplante Umsetzung im Unterricht

Welcher Themenbereich im Unterricht behandelt wird, soll je nach Bedarf bzw. Dringlichkeitsgrad von der Klassenleitung zusammen mit den Fachlehrern sowie den Schülern und Schülerinnen entschieden werden, wobei die Problematik inhaltlich durch die Lehrkräfte aufbereitet wird und durch das berufliche Erfahrungswissen des außerschulischen Ansprechpartners (z.B. durch authentische Beispiele) vertieft werden soll.

So können die für unsere Jugendlichen wichtigen Fragen im Team behandelt und gemeinsam geklärt werden. Für unsere Schule bedeutet PIT einen Aufbau bzw. eine Vertiefung bereits bestehender stabiler und kompetenter Kommunikation und Kooperation mit der Polizei bzw. anderen mit der Präventionsarbeit befassten Institutionen.

An unserem Projekttag (22. Juli 2011) wurden einige dieser Themenbereiche bearbeitet und Präsentationen erstellt, die am Schulfest (23. Juli) ausgestellt bzw. vorgeführt wurden. Natürlich waren diese Präsentationen das Ergebnis einer kontinuierlichen und intensiven Beschäftigung mit den einzelnen Problembereichen.

So informieren wir am Stiftland-Gymnasium schon seit vielen Jahren über relevante Themen (in den Klassen und an Elternabenden) und danken an dieser Stelle allen außerschulischen Kooperationspartnern ganz herzlich. Viele Bereiche sind im Unterricht vertieft behandelt worden und an etlichen Wettbewerben haben unsere Schüler erfolgreich teilgenommen.

Hier einige Beispiele bereits stattgefundener themenrelevanter Aktionen bzw. Kontaktaufnahmen mit außerschulischen Kooperationspartnern:

  • Elternabende und Arbeit in einzelnen Klassen zu den Themen: Sucht, Alkohol (z.B. Vorträge für die 10. Jahrgangsstufe für angehende Führerscheininhaber zum Thema „Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“), kritischer Umgang mit Medien durch die Präventionsbeauftragten der Polizeiinspektionen in Tirschenreuth und Weiden
  • Ansprechpartner im Gesundheits- und Jugendamt sowie in der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle der Kath. Jugendfürsorge in Tirschenreuth
  • „Be smart! – Don‘t start!“ -  Wettbewerbe zur Prävention gegen Nikotinsucht
  • Ausbildung von bzw. Arbeit mit Streitschlichtern und Tutoren
  • Ausbildung und Einsatz unserer Medientutoren
  • Kurse zum „Lernen lernen“
  • Theatergruppe bzw. Dramatisches Gestalten
  • TDO (Tage der Orientierung) - Fachschaft Religion, diverse Aktionen im Ethikunterricht (Thema: Recht und Gerechtigkeit; Unterrichtsgang zum Amtsgericht in Tirschenreuth)
  • Stress- und Aggressionsabbau im Sport- und Musikunterricht
  • AG Eine Welt
  • Literaturzeitung „Kreativ“
  • Schülerzeitung
  • Teilnahme an der Aktion „Bunt statt blau“ - Fachschaft Kunst: Plakat-Wettbewerb zum Thema Alkohol
  • Lehrerfortbildung über „Essstörungen“
  • Aktion „Gesundes Pausenbrot“
  • Mobbing-Workshop beim Klassensprecher-Seminar etc.

… und eigentlich findet Prävention in allen Bereichen jeden Tag in unseren Klassen statt!