Latein

Romulus und Remus (public domain)

Fachprofil oder Wozu heute noch Latein?

Wer sich ernsthaft diese Frage stellt, der lese bitte die folgenden überaus bedeutsamen Auszüge aus dem Fachprofil Latein des bayerischen Lehrplans:

Der Lateinunterricht fördert durch intensive Beschäftigung mit der lateinischen Sprache und Literatur die Einsicht, dass die griechisch-römische Antike ein wichtiges Fundament der europäischen Kultur ist und in vielen Bereichen bis in die Gegenwart fortwirkt. Indem das Fach eine Brücke zwischen Antike und Moderne spannt, trägt es entscheidend dazu bei, ein Bewusstsein europäischer Identität zu schaffen, und erzieht allgemein zu Weltof­fenheit und einem vorurteilsfreien Umgang mit fremden Kulturkreisen. Viele Fragen und Themen, mit denen sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen anhand der lateinischen Texte befassen, sind von zeitloser Gültigkeit und betreffen ihre eigene Erfahrungswelt.

Noch überzeugender mögen für viele vielleicht die folgenden Argumente sein:

  • Das Erlernen des Lateinischen vermittelt den Schülern zudem grundlegende sprachliche und damit verbunden kognitive Fähigkeiten, die ihnen in anderen Fächern sowie in Studi­um und Beruf zugutekommen. Vor allem in den romanischen Sprachen, die sich auf der Basis des Lateinischen entwickelt haben, können sie ihre Kenntnisse des lateinischen Wortschatzes und der Grammatik mit großem Nutzen anwenden.
  • Die im Lateinunterricht geübte intensive Sprach- und Textarbeit fördert die Lesekompetenz der Schüler und leitet sie durch den ständigen Vergleich mit dem Deutschen zu einem bewussten Umgang mit ihrer eigenen Sprache an. Die Systematik der lateinischen Gram­matik vermittelt ihnen ein Verständnis für das Zusammenwirken sprachlicher Elemente und für das Funktionieren von Sprache an sich. Im Lauf der Zeit lernen sie, mit einer gro­ßen Zahl von Fremdwörtern sicher umzugehen, so dass sie sich in der Begriffswelt der modernen Medien und der wissenschaftlichen Fachsprachen gut zurechtfinden und ihre Kenntnisse in vielen Bereichen nutzen können. Auch einige grundlegende im Lateinunter­richt vermittelte Lernstrategien können sie ebenso wie ihr sprachliches und literarisches Wissen in anderen Fächern einsetzen.
  • Durch die Vermittlung von Lern- und Arbeitstechniken, die den systematischen Erwerb der lateinischen Sprache erleichtern, soll eine positive Einstellung zum Lernen aufgebaut und verstärkt werden. Die immer komplexeren Aufgaben, besonders beim Übersetzen, ver­langen von den Schülern, Zusammenhänge herzustellen und schwierige Gedankengänge nachzuvollziehen. Dabei suchen sie nach eigenständigen und kreativen Lösungswegen und stellen sich Herausforderungen immer wieder von Neuem. Zugleich entwickeln sie Konzentration und Ausdauer.