Grundwissen katholische Religion 7. Jahrgangsstufe

1) "Ich bin doch kein Kind mehr!" - Fragen des Jugendalters

Identität

  • Individualität: sich seiner Einzigartigkeit (mit Stärken und Schwächen) bewusst werden
  • religiöse Identität: im persönlichen Glauben reifen, aber auch Glaubensprobleme artikulieren
  • Rollenidentität: Wer und was bestimmt mich? (Ich, Clique, Medien,...) – Was will ich?
  • Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe (Mt 22,36-40) als Erfahrung der Bejahung:
    „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken.“ und
    „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

Vorbild

  • Orientierung an Vorbildern in der Identitätsfindung, nicht deren Kopie
  • Ruth Pfau als Beispiel für ein religiöses Leitbild
  • Ziel: Mündigwerden, d.h. eine Lebensgestaltung in Freiheit, Selbstständigkeit und Verantwortung, auch im christlichen Sinn

2) Mit dem Evangelisten Markus von einer „besseren Welt“ erzählen

Evangelium

  • griech. „Frohe Botschaft“
  • vier Evangelien, benannt nach den Evangelisten Matthäus (Mt), Markus (Mk), Lukas (Lk) und Johannes (Joh)
  • keine Biographien über Jesus, sondern Glaubenszeugnisse über seine „gute Nachricht“
  • entstanden viele Jahre nach dem Tod Jesu

Reich Gottes

  • als zentraler Inhalt der Evangelien
  • kein ausschließlicher Zustand im Jenseits, sondern
  • ein Hoffnungsbild für eine „bessere Welt“, für ein Reich der Liebe, des Friedens und der Gerechtigkeit für alle Menschen
  • ein Geschenk Gottes, das der Mithilfe der Menschen bedarf
  • Jesus verdeutlicht dies durch Gleichnisse (vgl. Mk 4,1-9: Gleichnis vom Sämann) und Wunder (z.B. Heilungen von Kranken)

Synoptiker (synoptische Evangelien)

  • Verfasser der drei ersten, in Inhalt und Aufbau einander ähnlichen Evangelien von Markus, Matthäus und Lukas
  • Synopse: griech. „Zusammenschau“: paralleler Vergleich der drei Evangelientexte
  • Zweiquellentheorie:
    • Mk als „Erfinder“ der Gattung Evangelium / Q als Spruchquelle mit Jesus-Worten / SMt und SLk als jeweiliges Sondergut der beiden späteren Evangelien
    • Joh als spätestes und eigenständig entstandenes Evangelium

Zwei-Quellen-Theorie

3) Im Sichtbaren wird Unsichtbares gegenwärtig – Symbole und Sakramente

Symbol

griech. symballein = zusammenbringen, vereinigen: Zeichen mit einem „Mehrwert“, d.h. die mit den Sinnen wahrnehmbare äußere Gestalt des Symbols ist „vereinigt“ mit einer inneren, unsichtbaren Wirklichkeit

  • Zeichen zur allgemeinen Verständigung (z.B. Verkehrsschilder)
  • Symbolhandlungen (z.B. Handschlag zur Begrüßung)
  • Zeichen mit einer tieferen Bedeutung (z.B. Rose)
  • religiöse Zeichen (z.B. Kreuz)

Sakramente

  • lat. sacramentum = Eid, Geheimnis, Gnadenmittel
  • Wirksame Zeichen der Nähe und Liebe Gottes an Knotenpunkten des Lebens (vermittelt durch Symbolhandlungen, sichtbare Zeichen und deutenden Worte)
  • sieben Sakramente der Katholischen Kirche:
    1. Taufe
    2. Buße
    3. Eucharistie
    4. Firmung
    5. Ehe
    6. Priesterweihe
    7. Krankensalbung

Sakramentalien

  • Zeichenhandlungen, die ebenfalls die Nähe und Liebe Gottes vermitteln, aber nicht zu den Sakramenten zählen
  • v.a. Segnungen (z.B. Tischsegen, Fahrzeugsegen, ...)

Wandlung

  • Einsetzungsworte:„Nehmt und esst; das ist mein Leib. [...] das ist mein Blut.“ (Mt 26,26-28)
  • Rein symbolische Handlung
  • Brot und Wein: werden wirklich zu Leib und Blut Christi, aber
    • nicht: in einem physikalischen Sinn
    • sondern: Jesus Christus ist nach der Wandlung "wirklich" präsent/anwesend in der Mahlgemeinschaft
    • Der Priester erneuert bei der Wandlung Jesu Versprechen, bei den Menschen zu sein.

4) Kulturen im Wandel: christliches Europa im Mittelalter

Christianisierung der heidnischen Bevölkerung (Germanen)

  • Stammestaufe (z.B. unter dem Frankenkönig Chlodwig) nach Missionierung durch arianische/christliche Mönche im Gegensatz zur persönlichen Entscheidung für das Christentum heute
  • Bedeutung von Klöstern: Lebensraum der Mönche mit festen Regeln (v.a. „ora et labora“ – Gebet und Arbeit, die Regel des Benedikt von Nursia); Zentren der Mission, der Seelsorge, der Krankenfürsorge und der Bildung (u.a. Schreibwerkstätten)
  • Bonifatius: „Apostel der Deutschen“, der eine feste Bistums- und Klosterstruktur aufbaut
  • Hl. Wolfgang: Patron der Diözese Regensburg

Kreuzzüge

  • Bewaffnete "Wallfahrten" ins Heilige Land (Ende des 11. bis zum 13. Jh.), nach Aufruf und unter Befürwortung der Kirche und auch in Unterstützung durch weltliche Herrscher, um den Einfluss nichtchristlicher Religionen (v.a. Islam) zurückzudrängen
  • Einsatz von Gewalt zur Glaubensbewahrung kritisch zu betrachten

Inquisition

  • von Anfang des 13. bis Ende des 18. Jahrhunderts
  • Geistliches Gericht zur "Reinhaltung" des katholischen Glaubens.
  • Heute: vertreten durch die Kongregation für die Glaubenslehre (Umbenennung 1908) mit dem Ziel, die Kirche vor "Irrlehren" zu schützen

5) Der Islam – Begegnung mit Muslimen in unserer Gesellschaft

Allah

  • arabisches Wort für "Gott"
  • der einzige, allmächtige und gerechte Gott (Monotheismus)

Muhammad (ca. 570-632)

Begründer des Islam: letzter und größter Prophet des Islam

Islam

arabisch: völlige Hingabe an Gott

Koran

  • wörtliche Offenbarung Allahs in den 114 Suren (Kapitel)
  • Quelle aller Gesetze und Anleitung für politisches und soziales Handeln

5 Säulen des Islam

  1. Schahada: öffentliches Aussprechen des Glaubensbekenntnisses
  2. Salat: privates Beten fünf Mal am Tag; gemeinsames Beten in der Moschee am Freitag (wöchentlicher Feiertag im Islam), gerufen durch den Muezzin vom Minarett, angeleitet durch den Imam (Vorbeter);
  3. Zakat: Pflichtalmosen
  4. Sawn: Fasten, v.a. im Monat Ramadan, von Sonnenauf- bis untergang
  5. Hadsch: Pilgerreise nach Mekka, die heiligste Stadt der Muslime; zentrales Heiligtum: Kaaba.

Islamismus

Religiöser Fundamentalismus im Islam, also das kompromisslose Beharren auf die eigene religiöse und daraus abgeleitete politische Überzeugung